Reisen sind der einen Freud’ und der anderen Leid. Das sehen wir auf Mallorca, in Venedig, Barcelona – und bei uns in Südtirol. Die Spitze der Marketinggesellschaft des Landes IDM sagt, dass die Hochsaison nicht mehr beworben würde. In Magazinen und Reiserubriken von Zeitungen erscheinen aber trotzdem ständig Artikel über Südtirol.
Zum einen würden Reisejournalisten nach Themen und nicht nach Destinationen entscheiden, worüber sie schreiben. Aber die PR-Agenturen hätten genügend Südtiroler Hotels und Regionen zur Auswahl, über die immer wieder geschrieben wird. „Von meinem Gefühl her ist dieses wunderbare Südtirol mittlerweile touristisch gesehen ein solch geschundener Ort“, sagte Poliwoda, „dass du die Uhr danach stellen kannst, dass das Zustände wie auf Mallorca werden.“ Dort beklagen sich die Bewohner mittlerweile stark gegen den Fremdenverkehr.
Über Südtirol zu schreiben wäre reizvoll, „wenn das Land nicht so mit Touristen geflutet würde“, gibt Poliwoda zu bedenken. Ein Problem bei Reisejournalisten sei, dass sie oft schon geschnürte Pakete von Tourismusverbänden annehmen und oft auch zu faul seien, selbst zu recherchieren. Poliwoda unterrichtet angehende Reisejournalistinnen und -Journalisten. Er versucht ihnen mitzugeben, dass über alles die Geschichte stehe und nicht der Ort im Mittelpunkt einer Reportage stehen soll. Ein guter Journalist zeigt auch Probleme auf, die es in einer Region gibt.
Reisejournalist Sebastian Poliwoda





















































